Diethard Wehn

03.07.2008, 19:34 Uhr |
Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? (Livemusik) |
Eine Band hat es neulich in ihrem Newsletter so beschrieben:
Es kann doch nicht wirklich angehen, das Bands ... zu ihren Auftritten quasi noch Geld mitbringen müssen! ... (Keiner von uns) erhebt den Anspruch, durch die Mucke jetzt mal richtig reich zu werden, aber: Wenn dieses Kosten erzeugende Hobby noch nicht einmal die selben decken kann, dann stellt sich doch einiges von selbst in Frage … und das gilt nicht nur für uns ..., sondern auch für viele andere Bands, welche nicht einsehen können, dass für Security und Beschallung die 5-fache Kohle rausgeht als für die Jungs, welche in ihrer performance immer auch ein Stück Ihrer Seele auf den Teller des Musik-Konsumenten legen.
Etwas weniger "blumig" ausgedrückt: Für Security und Beschallung werden von den anbietenden Firmen vernünftige Preise verlangt und diese werden von den Veranstaltern auch anstandslos bezahlt. Nur von (vielen) Bands wird erwartet, dass sie zu einem Preis spielen, der kaum die tatsächlichen Kosten deckt, und schon gar nicht ihr Können, ihre Investitionen oder gar die in die Proben investierten Zeiten widerspiegelt.
Ist das auch eure Erfahrung? Woran liegt das? Wird der Markt durch ein Überangebot spielwilliger Bands quasi durch Dumping-Preise kaputt gemacht? Oder seht ihr das entspannter: Hauptsache spielen, auch wenn's nix oder 3 EUR Eintritt gibt, mit dem Risiko, dass nur 20 Leute kommen? --- Webmaster BandsInDerPfalz |
Pit

Ludwigshafen, 11.07.2008, 10:07 Uhr
@ Diethard Wehn
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hi Diethard,
seit wir Bluestime´r uns gegründet haben, mache ich überwiegend das Booking für die Band. Wer das Geschäft kennt, weiß dass die Gigs das Resultat von einer riesigen Anzahl von Akquise ist. Also die Spitze des Eisbergs darstellt... nunja, ich will damit sagen, ich habe seit ich anfing echt die Gäule kotzen sehen... Okay, es gibt Veranstalter (Wirtsleute), die sind echt fair! Man kann mit ihnen dealen und das Risiko teilen. Viele jedoch sind Abzocker die das finanzielle Risiko voll auf die Band abwälzen. Okay, ein Beispiel...
Ein Veranstalter (Wirt) hat folgende Koditionen:
Die Band bringt mit, die komplette Beleuchtung, PA und wenn gewünscht den Mischer
Die Band sorgt für Werbung - Printmedien, Poster, online Werbung
Der Wirt läßt Flyer drucken, auf denen sein Halbjahresprogramm abgedruckt ist. Die Band wird recht klein genannt, so dass mehrere Veranstaltungen auf den Flyer draufpassen
Jeder Musiker bekommt ein Freigetränk und ein warmes Essen. Mehr Verzehr muß bezahlt werden
Mindestgage gibt´s keine. Die Band verlangt und kassiert den Eintritt, muß von jeder verkauften Karte ein paar Prozent für die Gema abführen, ein paar Cent anteilige Kosten für die Flyer und 50 Cent für den Typ, der für den Wirt das Booking macht.
Alles in allem spielt also die Band gegen Eintritt, zieht die Fans, macht dem Wirt gehörig Umsatz, zahlt ihm einen nennenswerten Teil der Gema und der Flyer, trägt die Kosten fürs Equipment. Und wenn einer mehr als ein Bier trinkt zahlt er´s auch noch...
Als ich mit dem Typ telefonierte mußt ich erst mal schlucken und fragte ihn dann, ob es sein ernst sei... er lachte und meinte, dass so viele Bands auf der Matte stehen und mit den Konditionen einverstanden wären, ja regelrecht geil drauf wären bei ihm zu spielen... Nunja, für mich war klar, dass wir dort halt nie spielen werden...
Warum ich das alles schreibe??? Weil es auch in unserem Metier Marktmechanismen gibt. Angebot und Nachfrage! Gäbe es in Deutschland nur eine Band, sie wäre jeden Abend gebucht und würde reich werden.
Wie sieht die Realität aus? Noch nie gab es so viele Bands in Deutschland wie heute, die so gut sind, dass sie ihre Musik auch wirklich präsentieren können. Tja, und dieser Drang vor Publikum zu spielen ist es halt, der dann so manche Band solche Konditionen (wie oben beschrieben) annehmen läßt.
Fazit: Wir sind seit geraumer Zeit nicht mehr bereit solche einseitigen Deals abzuschließen. Wir gehen in die Verhandlung mit dem Vorsatz, dass wir Gage wollen. Wir sind der Live Act, der Veranstalter ist jemand anderes. Wenn wir dealen und gegen die Tür spielen, muß eine Mindestgage rausspringen. Sollten also nur 20 Leute kommen, ist wenigstens der Aufwand gedeckelt. Printmedien trägt der Veranstalter, Poster die Band! Essen und Trinken geht aufs Haus! Gema zahlt der Veranstalter!
Wie in meiner Einleitung geschrieben... es gibt faire Veranstalter, die ihre Gäste unterhalten möchten und denen das auch etwas Wert ist.
Gottseidank...
bluesy greez
Pit |
Christian Stampfer

Gimbsheim, 01.08.2008, 18:23 Uhr
@ Diethard Wehn
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hy Diethard!
Leider scheint das die Realität zu sein!
Natürlich hängt das zum einen am Markt - also am Überangebot, zum anderen aber vor allem daran, dass es zwar immer mehr Veranstaltungen gibt, dem gegenüber allerdings immer weniger Veranstalter, die Livemusik buchen.
Was ich in den letzten Jahren erlebt habe, ist teilweise zum Haareraufen.
Treffendes Beispiel dürfte das große Weinfest im Sommer bei uns im Ort sein. Über vier Tage latschen da mehrere tausend Leute hin. Außer sonntags ist der Platz gut bis sehr gut gefüllt. Der Eintritt ist frei.
Bei dem Auflauf an Menschen, die reichlich Speisen und Getränke konsumieren, könnte man sich trotz allem eine vernünftige Band leisten.
Lustigerweise ,,spielt" da eine ,,3Mann-Retortentruppe". Alles - wirklich alles - kommt bei den Herrschaften aus der Dose. Natürlich braucht man dafür deutlich weniger Equipment und Personal (sowohl Musiker als auch Techniker). Hierdurch sinkt der Preis auf ein Maaß, das ich nicht mehr als vertretbar erachte, wenn ich mir überlege, dass ich als ,,richtige" Band von Mittags um 16.00 Uhr bis teilweise morgends um 6 Uhr unterwegs bin, Boxen schleppe und totmüde ins Bett falle.
Genau solche Herrschaften und die lieben Alleinunterhalter machen die Preise kaputt. Das kotzt glaube ich jeden ernsthaften Musiker an. Normalerweise dürfte keiner von uns nach einem Gig mit weniger als 150,-€ pro Nase nach Hause gehen. Die decken nicht mal die Kosten für das Equipment. ,,Arbeiotsstunden" sollte man gar nicht einrechnen!
Jetzt mal die andere Seite.
Bei unserer zweitägigen Kerbeparty bleibt kaum mal was auf Veranstalterseite hängen. Wir hatten schon Jahre, wo wir draufgelegt haben. Das hat mehrere Gründe: Kamen früher noch (über zwei Tage) um die 1000 Leute, sind wir die letzten Jahre froh, wenn´s mal 600 werden. An der Kasse spielen sich bei 4,- Euro Eintritt Dramen ab, weil es haufenweise Leute gibt, die nicht bereit sind ,,so viel" Geld auszugeben und wieder gehen. Oft schaffen wir es nicht die Gagen der Bands über den Eintritt rezufinanzieren. Hinzu kommen dann deftige Unkosten (angefangen bei Toilettenwagen, Technik, Gema, Genehmigungen, usw.).
Außerdem wird wirklich alles teurer, was man nicht ohne weiteres auf die Getränkepreise umschlagen kann. Eine Band, die 1500,- Euro oder mehr sehen will ist schlichtweg indiskutabel!
Wir diskutieren auch schon längere Zeit bandintern, wie wir mit diesem Thema umgehen sollen. Allerdings ist es so, dass es wohl nur zwei Möglichkeiten gibt: Niedriger Preis und ein paar Auftritte mehr oder auf hohen Preisen bestehen und im Proberaum sitzen!
Viele unserer Kollegen übertreiben´s glaub´ich auch. Wir alle kochen nur mit Wasser, da kann es nicht sein, dass man Angebote bekommt, die - wenn PA und Licht nicht mitgebracht werden müssen - bei 1500,-€ aufwärts angesiedelt sind. Was soll der Spaß den kosten, wenn man das gesamte Equipment noch mitschleifen muss? |
Alfred E. Neumann
31.10.2008, 16:45 Uhr
@ Diethard Wehn
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Ich kann nur für unsere Region hier sprechen und genau hier
ist m.E. die Szene ziemlich kaputt.
Es herrscht ein Überangebot und ein völlig zerstörtes Preisniveau.
Da wurde viel von Newcomer-Bands kaputt gemacht, die teilweise
umsonst gespielt haben "um mol nei zu kumme unn dann durchzustarte".
Es gibt aber leider kein "drinnen" und es gibt auch kein "draussen".
Es gibt nur kaputte Preise, eine Szene mit geringer Wertschätzung (weil an jedem Bratwurstgrill eine Band spielt) und zum Teil unverschämte Veranstalter.
Ist doch aber auch klar: Wer letztes Jahr für 50,- Euro die ganze Nacht gespielt hat, bekommt dieses Jahr keine 500,- dafür.
Vielleicht bekommt er nicht mal mehr die 50,-, weil nun irgendeine andere Band sogar umsonst spielt.
Veranstalter, Wirte...
Mein Lieblingsbeispiel ist eine Kneipe, deren Wirt Bargeld als GEMA-Vorlage fordert und die Band auf Eintritt spielen lässt.
Werbung ist dann auch nicht seine Sache. Warum auch? Und was passiert?
Es gibt massig Bands, die dort spielen.
Andere Kneipen wollen ihren Gästen keinen Eintritt zumuten und lassen dann "den Hut 'rumgehen".
Prima.
Damit wären wir auf Fussgängerzonen-Niveau angekommen.
Das will ich nicht haben.
Vor allem: Das will ich nicht nötig haben.
Habe an der "Abendkasse" einer Kneipe auch schon erlebt, dass bei einem Eintritt von 3,- Euro gefragt wurde, wie viele Bands denn spielen?
Es spielten tatsächlich 2 Bands - trotzdem waren 3,- Euro den Leuten zu viel.
Wobei die Frage erlaubt sein muss, für was in einer Kneipe 2 Bands an einem abend spielen...
Klar - Live-Musik gibt es umsonst. Im Sommer auf den Wein- und sonstigen Dorffesten ohnehin.
Im Winter in den Kneipen.
Für Live-Musik gibt man einfach kein Geld aus.
Nochmal die Frage: Für was spielen auf Weinfesten in letzter Zeit immer 2 oder gar 3 Bands am Abend?
Das ist auch so'ne Unsitte, die den Wert von Bands irgendwie stark reduziert.
Es ist einfach zu inflationär geworden.
Da haben sich die Landjugenden einiger Winzergemeinden auch irgendwie gegenseitig dran hochgezogen, wer denn mehr Bands über die Weinfestetage anzubieten hatte.
Das war aber auch sehr einfach und völlig Risiko-los:
Die Bands machen das sehr bereitwillig mit.
Ich bin gespannt, ab wann die Jungs dann auch noch Kohle abdrücken dürfen um ihren Anteil am Toilettenwagen und der Security beizusteuern.
Das gibt's ja für den Veranstalter nicht umsonst, und es gibt immer wieder irgendwelche Schlaumeier, die ein "drinnen" sehen und bereit sind, dafür auch was zu opfern.
Hoffentlich bringe ich jetzt niemanden auf neue Ideen...
Lösung? Sehe ich keine. Zumindest nicht für die Bands.
Und vor allem nicht kurzfristig.
Bin ich ein bisschen off-topic gegangen? Sorry.
Muss ja keiner fertig lesen. |
Tom

07.11.2008, 15:09 Uhr
@ Diethard Wehn
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hallo Diethard und alle anderen hier in der Diskussion.
Also, da ich beide bzw. sogar drei Seiten der Medaille kenne (Bands, Technikfirmen, Veranstalter), nur ein paar kurze Anmerkungen meinerseits:
1) Die Aussage "für die Technik wird ohne zu murren das bezahlt, was die haben wollen" ist schlichtweg falsch!!! Auch hier gibt es immer wieder riesige Diskussionen, warum das alles so teuer sein muss, Firma XYZ machts doch viel billiger. Darauf will ich jetzt aber nicht näher eingehen, sondern einfach nur sagen, dass es auch beider Technik immer wieder Diskussionen gibt, keine Spur von "ohne murren"... ;o)
2) @Christian: Warum es Bands gibt, die alleine an Bandgage ohne Technik 1500,- EUR oder mehr wollen? Na, vielleicht haben die einfach keine Lust, sich unter Wert zu verkaufen, weil sie wissen, was sie wert sind (= ziehen Leute) und die Bands diese Gagen auch anderswo ohne murrende Veranstalter verlangen können. Warum sollten sie dann bei Euch oder irgendwo anders für weniger Gage spielen?
3) Wie Christian so schön schrieb, eigentlich müsste jeder mit 150,- EUR am Abend nach hause gehen, wenn man den wirklich erbrachten Aufwand und das Equipment rechnet. Dem stimme ich absolut zu. Und ich treibe es sogar weiter nach oben: Wenn die Band das Publikum zieht und dem Veranstalter die Kassen vollmacht, ist sie dieses Geld und auch noch mehr wert! Da sollte es dann aber auch keine Diskussionen geben... ;o)
4) Das Problem mit den sogenannten Dumping-Preisen gibt es in jeder Branche!
5) Es gibt leider zu wenige Veranstalter, die wirklich wissen, wie es funktioniert und man eine Veranstaltung auf die Beine stelt, ohne großes finanzielles Risiko auch bei hohen Kosten zu haben. Das ist das eigentliche Problem! Einjeder meint doch heutzutage, ich mach mal ne Veranstaltung, hab dann wenig Arbeit und auch wenig Kosten und verdien mir dann ne goldene Nase. Leider ist das nicht so, aber es wird generell viel zu sehr versucht, die Kosten gering zu halten (weil anscheinend geringes Risiko), anstatt sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie die Kosten vorfinanziert werden können (z.B. sponsoring). ABER: das ist wieder mit Arbeit verbunden... ;o)
6) Fakt ist und bleibt aber auch: Wer im Vorfeld kein Geld in die hand nimmt, wird auch keinen riesigen Gewinn erzielen können! Auch das ist branchenübergreifend, passt hier aber genauso.
Und wenn die Veranstalter das mal irgendwann (wieder) begreifen, werden auch die bands wieder mehr Gage bekommen. Aber es liegt auch an jedem selbst, seinen Marktwert zu steigern.
Und ehrlich gesagt muss ich für mich sagen, zu Kneipengigs und den entsprechenden (Abzock-) Veranstalter hat es mich nie hingezogen und wird es mich nie hinziehen. Gigs kriegt man auch woanders und dort gibt es dann auch Gage... ;o)
Grüsse Euch und schönes Wochenende
Tom |
Diethard Wehn

08.11.2008, 10:00 Uhr
@ Tom
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hallo zusammen,
nun kommt ja doch noch ein bisschen Diskussion zu diesem Thema auf - es hat mich gewundert, dass die Beiträge doch recht lange nur "tröpfelten". Ich denke doch, dass dieses Thema für viele (und auch in vielen!) Bands immer wieder ein Thema ist.
Was mich mal interessieren würde: Was denken denn diejenigen Bands, die dieses Preisdumping mitmachen und sich für einen Preis auf die Bühne stellen, der jedem in der Diskussion befindlichen Mindestlohn Hohn spricht? Ist es nur der Versuch, "um jeden Preis" an die Öffentlichkeit zu kommen, vielleicht dadurch bekannt(er) zu werden? Oder sagt ihr einfach: Das ist unser Hobby, um Geld geht es uns nicht? (Ihr könnt, wenn ihr euch nicht "outen" wollt, in diesem Forum ja auch anonym posten.)
Und auch eine Frage an die Musik"konsumenten": Ist die Livemusik, die ihr geboten bekommt, tatsächlich nichts oder fast nichts wert? Sind - wenn Eintritt verlangt wird - 3, 5 oder auch 7 EUR zu viel verlangt? Wärt ihr dann auch mit Musik aus der Konserve zufrieden? --- Webmaster BandsInDerPfalz |
Tom

08.11.2008, 11:18 Uhr
@ Diethard Wehn
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Moin nochmal zusammen... ;o)
Natürlich wird das immer ein Thema in vielen Bands sein und bleiben. Aber ich behaupte mal ganz frech, ne Band, die von vornherein weiss, was sie will, die wird diesem anscheinenden Marktgesetz nicht verfallen. Problematisch wird es meines Erachtens eher bei den bands, die sich erstmal nur so gründen, dann irgendwann feststellen, dass sie doch gerne auch live spielen würden, dann aber entweder nicht das Knowhow haben oder aber die Musik machen, um für nen SERIÖSEN Veranstalter interessant zu sein. Es gibt auch Hobby-/Amateur-Musiker, die lernen es leider nie... *g*
Die Problematik, die die wenigsten verstehen, ist doch folgende: Sobald ich irgendwo für Geld spiele - und wenns nur für Drei EURO Fuffzig ist - sobald ich das mache, bin ich mit im Business!
Und die weitere Problematik ist doch, dass nicht die Musiker ihren Preis bestimmen können, sondern doch vieleher die Leistung bzw. der aktuelle "Marktwert" entscheidend sind. Die Zeiten, in denen Veranstalter aus Idealismus Konzerte aus dem Boden stampften, sind leider vorbei. Heutzutage muss einjeder sehen, dass er nicht drauflegt. Und ganz ferr umme wollen auch die Wenigsten die ganze Arbeit machen. Also sollte doch eines wirklich so langsam jedem klar sein: Es geht dem Veranstalter erstmal drum, Geld zu verdienen! Und das sage ich nicht aus Neid oder als Vorwurf, nein, es ist doch auch ihr gutes Recht!
Dass es dann natürlich aufgrund der regionalen Marktsituation auch diejnigen gibt, die das schamlos ausnutzen und jegliches Risiko auf die Bands abwälzen, dass dürfte klar sein. Die Frage ist doch aber, waru7m es anscheinend soviele Bands gibt, die das Spielchen mitmachen!?!? Ist bei besagten Veranstaltern immer die Hütte so brechend voll, dass die Rahmenbedingungen egal sind??? Kann ich mir ja kaum vorstellen.
Auf der anderen Seite das Publikum: Klar, wenn ich mir die heutigen Eintrittspreise umrechne in due gute alte DM, dann sind wir ja teilweise für ne Dorfcoverband bei 16 bis 18 Mark! Und das ist schon viel. Ich hatte an Halloween ne Beschallung in ner etwas größeren Kneipe, da kostete der Eintritt 10,- EUR!!! Was aber erstaunlich war: Die Hütte war nachher wirklich voll! Hätte ich auch nie gedacht... ;o)
Was mich vielerorts etwas verwundert oder auch stört, ist die Tatsache, dass die jungen Leute, die heutzutage dann zu einer Konzertveranstaltung gehen, doch eigentlich so gut wie kaum registrieren, ob da ne Live-Band spielt oder ein DJ aufleget oder einfach nur CDs laufen. Dene gehts meistens nur drum, mit den Kumpels einen zu heben... ;o)
Und seltsamerweise zahlen die Konsumenten bei Konservenmucke in der Disco oder bei ähnlich gearteten Veranstaltungen ja teilweise mehr Eintritt als bei Live-Musik! Das muss dann wirklich keiner mehr verstehen.
Auf der anderen Seite machen natrülich die ominösen 50-Cent-Parties und Konsorten auch einiges am Markt kaputt oder zumindest durcheinander. Da liegt meines Erachtens auch ein großes Problem. Hatte ich ja asber oben schon beschrieben, geht ja vielerorts nur noch ums Saufen, und da wird jeder zuviel gezahlte Cent an der Eintrittskasse in Alkohol und Dröhnfaktor umgerechnet... ;o)
Und nochmal zu den Dumping-Bands zurück: Natürlich kann man das durchaus so sehen, dass ne Band, gerade wenn sie am Anfang ist, so gut wie keine Chance bekommt, wenn sie gleich die Gagen wie die etablierten abzieht. Denn die etablierten ziehen ja u.U. die Leute (= Geld für den Veranstalter), während es bei den eher unbekannten "Newcomern" ja schon etwas schwierig ist (= erhöhtes Risiko für den Veranstalter). Also wird sich einjeder, der etwas betriebswirtschaftlich denken kann, dazu hinreisen lassen, die etablierten Bands zu buchen, außer er kann mit ner Newcomer-Band ein Schnäppchen schlagen. Und dann muss bei letztgenannterer eben der Preis entsprechend niedrig sein.
Ob das der Newcomer-Band aber für die Zukunft helfen wird, wage ich zu bezweifeln. Denn man wird ja dann erstmal auf den niedrigen Preis festgenagelt. Und auch, wenn in den Verträgen ja mittlerweile fast überall schön was Stillschweigen bzgl. Gage drinsteht, wer hält sich wirklich daran? Das spricht sich unter den Veranstaltern schon rum, was ne Band verlangt. Und nachträglich dann die Preise in dem Maße zu erhöhen, dass die ganze Sache überhaupt Sinn macht, na ja, da hat man dann viiiieeeel Spass... *lach* |
Alfred E.N.
12.11.2008, 14:19 Uhr
@ Tom
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Wer einmal billig war, der bleibt das auch.
Wer anders denkt, ist naiv.
Davon bin ich felsenfest überzeugt. |
Anfänger

30.08.2009, 10:47 Uhr
@ Alfred E.N.
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
» Wer einmal billig war, der bleibt das auch.
» Wer anders denkt, ist naiv.
»
» Davon bin ich felsenfest überzeugt.
Nein !!
kommst ja auch nicht aus der schule und wirst gleich bank manager.
es ist wie eine lehre mann muß erst klein (nicht umsonst) anfangen und mal beweisen, das man auch was kann... das kommt dann mit der zeit... bist du gut? dann wirst du auch öfters gebucht !! angebot und nach frage. nützt ja auch nix wenn die band billig ist und keiner will se hören... soll aber auch für alle seiten (band, veranstalter und publikum) fair sein...
meine meinung...
vielleicht auch bald veranstalter !! ich muss mich dann auch mit der problematik auseinander setzen. |
chriz
11.09.2009, 12:48 Uhr
@ Alfred E.N.
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
» Wer einmal billig war, der bleibt das auch.
» Wer anders denkt, ist naiv.
»
» Davon bin ich felsenfest überzeugt.
rischhhhhtiscchhhhh  |
Lutz

Kandel, 22.09.2009, 20:51 Uhr
@ Diethard Wehn
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hallo Diethard,
die meisten Argumente sind ja bereits genannt. Da gibt's nicht mehr viel hinzuzufügen.
Was mich allerdings wundert ist, dass ausgerechnet Du dieses Thema anschneidest. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann hast doch Du mit Deiner Band beim schlimmsten 'Preisdrückerfestival', dem Herxheimer Plätzelfest, gespielt und dessen Veranstalter, im übrigen selbst Musiker, rühmen sich ja sogar noch dafür, dass sie den Bands nichts bezahlen... und alle spielen da egal wie sie heissen und egal was sie sonst an Gage nehmen.
Bei solchen Vorbildern muss man sich doch nicht ernsthaft wundern, wenn das Schule macht.
Dass es auch anders geht, zeigen doch die Veranstalter vom Thunder of Music in Rülzheim oder auch dem Kandeler Stadtfest. Da geht keiner ohne Gage heim und pleite sind sie deshalb auch nicht.
Ein weiterer Punkt ist der, dass wir hier ja auch eine Inflation an Bands haben. Da kommt es doch oft genug vor, dass an einem Abend 3 Bands spielen und trotzdem sieht man den ganzen Abend immer nur die selben Gesichter auf der Bühne. So kann man's natürlich auch machen. Wenn ich dreimal wenig bekomme, dann kann das zusammen doch auch ein erkleckliches Sümmchen geben...
Soll heissen, die künstlich aufgeblähte Masse an Bands sorgt für ein Überangebot was wiederum auf die Preise drückt.
Wenn ich alle Argumente hier zusammenfasse, komme ich zu der Überzeugung, dass wir Musiker uns den Ast auf dem wir sitzen im Laufe der Jahre selbst abgesägt haben.
Mich selbst nehme ich dabei explizit nicht aus. Allerdings habe ich mir bereits vor Jahren geschworen, nicht mehr fer umme zu spielen. Und dabei bleib ich auch. Basta!
Wenn einer nix bezahlen will, bleib' ich lieber im Proberaum und besauf mich mit alkfreiem Bier!
So far my humble opinion!
Gruß
Lutz --- Diskussionen dienen nicht dazu andere zu 'bekehren', sondern sollten der Versuch sein, Andersdenkende zu verstehen... |
Diethard Wehn

22.09.2009, 21:23 Uhr
@ Lutz
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hallo Lutz,
» Was mich allerdings wundert ist, dass ausgerechnet Du dieses Thema
» anschneidest. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann hast doch Du
» mit Deiner Band beim schlimmsten 'Preisdrückerfestival', dem Herxheimer
» Plätzelfest, gespielt und dessen Veranstalter, im übrigen selbst Musiker,
» rühmen sich ja sogar noch dafür, dass sie den Bands nichts bezahlen... und
» alle spielen da egal wie sie heissen und egal was sie sonst an Gage nehmen.
Ich gebe zwar zu, dass auch wir (Helen & The Poor Boys) uns mal - ich denke 2006 - dort beworben haben. Aber wir wurden nicht genommen - warum auch immer. Die Auswahl der Bands erschien mir auch nicht so wirklich transparent, aber egal, das müssen die Veranstalter mit sich ausmachen. Öfter haben wir es nicht versucht, und von daher: nein, wir/ich haben da noch nie gespielt.
Keine Ahnung, ob/wer dort Geld verdient: der Veranstalter, die Stände, die Technikfirma etc. Das wird nicht alles "ehrenamtlich" sein, und so kann man schon darüber diskutieren, ob das OK ist, dass die Bands nichts bekommen. Auf der anderen Seite: Es ist (zumindest zu den gut besuchten Zeiten) schon eine gute Promotion, gerade für unbekanntere Bands, vor einem größeren Publikum auftreten zu können. Und es ist durchaus was Besonderes, ein "Einzelstück", das sich über viele Jahre einen Namen gemacht hat.
Wenn andere Festivals das mit Gage für die Bands hinkriegen: Klasse! Kostet das dann Eintritt oder woraus finanziert sich die Veranstaltung?
Ansonsten: Es liegt an uns allen. Wir haben in unserer Band vereinbart, dass wir nur zu reellen Preisen spielen, die auch die benötigte Technik bzw. einen Mann am Mischpult mit einkalkulieren. D.h. abhängig von der Art und Größe der Veranstaltung verlangen wir eine Gage, bei der wir nicht das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden sondern etwas zu bekommen, was mit unserer Leistung in Einklang steht. Geht das nicht, so spielen wir nicht.
Dazu gehört zugegebenermaßen eine Portion Selbstvertrauen und natürlich auch die Position, dass man sich einen gewissen Namen erspielt hat und für Veranstalter interessant ist, oder anders ausgedrückt, man einen gewissen Marktwert hat.
» Wenn ich alle Argumente hier zusammenfasse, komme ich zu der Überzeugung,
» dass wir Musiker uns den Ast auf dem wir sitzen im Laufe der Jahre selbst
» abgesägt haben.
Da ist was dran, auch daran, dass natürlich das Angebot an Bands im Verhältnis zur Nachfrage recht hoch ist. Aber wir haben es selber mit in der Hand: Wir müssen den Mut haben, auch mal "nein" zu sagen, wie du richtig schreibst, wenn angebotene Gage und erwartete Leistung in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Auch wenn wir alle nichts lieber tun, als auf der Bühne zu stehen...
Diethard --- Webmaster BandsInDerPfalz |
Robson
26.10.2009, 11:30 Uhr
@ Lutz
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Und wie ist das dann letztendlich bei dir am Laufen?
Spielst du viel oder spielst du wenig?
Oder spielst du am Ende überhaupt nicht live und reitest statt dessen ein wenig auf Prinzipien herum? |
Lutz

Kandel, 26.10.2009, 19:52 Uhr
@ Robson
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
@Robson
In den Bands in denen ich gespielt habe, hatten wir eigentlich immer die angestrebten ca.10 Auftritte im Jahr. Keine gigantischen Gagen, aber auf jeden Fall nicht für lau.
Natürlich hat das auch was mit Prinzipienreiterei zu tun. Aber das hat's doch eigentlich immer, wenn man zu einem bestimmten Thema eine klare und unmissverständliche Einstellung hat. Ich seh' das in diesem Fall jedenfalls nicht negativ...
Ich spiele zwar im Moment nicht aktiv, aber eine eigene Meinung darf ich doch trotzdem haben, oder???
Deinen Standpunkt zu diesem Thema konnte ich aus Deinem Posting leider nicht herauslesen...
Gruß
Lutz
» Und wie ist das dann letztendlich bei dir am Laufen?
» Spielst du viel oder spielst du wenig?
» Oder spielst du am Ende überhaupt nicht live und reitest statt dessen ein
» wenig auf Prinzipien herum? --- Diskussionen dienen nicht dazu andere zu 'bekehren', sondern sollten der Versuch sein, Andersdenkende zu verstehen... |
Robson
27.10.2009, 09:36 Uhr
@ Lutz
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
@Lutz:
Meine Einstellung zu dem Thema?
Ich halte Sturheit in dem Fall für nicht so gut.
Wir entscheiden sowas eigentlich lieber fallweise.
Möchten wir was unbedingt, ist der Auftritt in unserem Sinn
attraktiv, ist es für uns kein Problem auch Zugeständnisse zu machen.
Die klare Unmissverständlichkeit, von der Du schreibst, muss man sich halt auch leisten können.
Wenn man nur die No-Name-Sand-am-Meer-Cover-Band ist, endet die Unmissverständlichkeit auch ganz gerne wieder im Proberaum oder zu hause auf der Couch. Da hat man dann besonders viel gekonnt. |
Peter

20.12.2009, 12:16 Uhr
@ Robson
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Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? |
Hallo, hier wurden schon die "bösen Alleinunterhalter" erwähnt. Ich bin Keyboarder. Trete als Alleinunterhalter oder Duo (Key.Git.Voc) oder Trio oder Quartett auf. Ich bin nun hin und hergerissen ob ich ein böser oder lieber Musiker bin ?
Sarkasmus aber beiseite- ich bin der Meinung, dass die Kollegen an den schlechten Preisen selbst schuld sind. Ich weiß wie lange ich die Musikschule besucht habe/Noten geschrieben habe/ Instrumente gekauft und erlern habe / arrangiert habe/ was alles kostet usw.usw.!!!
Ich kenne meinen Markwert(und den Bandpreis) unter dem geht nichts. Sollen die Veranstalter doch die Gäste mit einer schlechten Band oder Konserve unterhalten. Das machen Sie ein-zwei mal dann bleiben die Gäste aus. Musik soll auch mir Spaß machen aber für Spaß kann ich keine Instrumente kaufen. Ich bin in der glücklichen Lage noch einen „normalen“ Beruf zu haben.
Ich bin schon älter (55) aber wenn ich Zeit habe, bin ich schon ein paar mal zu solchen „nicht bekommenen“ Veranstaltungen gegangen. Meistens , nicht immer (!!) , war das für mich eine innere Genugtuung. Zum Anderen habe ich da gute Bands bedauert die für mickerige Gage (ich wusste ja was geboten wurde) sich pressentiert haben.
Thema Alleinunterhalter: ich kenne ja alle Seiten! Kein Alleinunterhalter kann das Flair einer guten Band ersetzen. Er kann zwar für weniger Geld den gleichen Sound erzeugen, aber eine Band kann er nicht ersetzen. Nichts sieht verlorener aus als wenn in einem 300Mann Festzelt ein Alleinunterhalter auf einer Riesenbühne steht. Es passt aber auch nicht wenn eine 5 Mann Band Ihr Eqiupment bei einer 50 Personen Hochzeit aufbaut und Oma und Opa die Gehörgänge nach innen faltet.
Meine Meinung: jeder sollte wissen was er wert ist, sonnst bleibe ich zu Hause. Mir „Dankeschön“ kann ich nicht einkaufe und wenn ich zusetze ist keinem geholfen . |