BandsInDerPfalz
Regionen
Werbung
Forum
Diethard Wehn(R)

E-Mail

31.01.2010,
13:01 Uhr
 

Das Geheimnis beständiger Bands (Unter Musikern)

Hallo zusammen,

da fiel mir neulich eine Anzeige von einem alten Bekannten auf, der Mitmusiker für eine Band sucht. Ich kenne ihn, habe selber mal eine Zeitlang mit ihm zusammen versucht, eine Band aufzubauen, er ist ein guter Musiker, da waren noch mehr echt gute Leute zusammen, und doch hat es nicht gepasst. Vom Niveau her, von den musikalischen Vorlieben und Vorstellungen, und auch menschlich.

Und dieser Bekannte hat seitdem schon öfter eine ähnliche Anzeige aufgegeben. Dann hatte er mal wieder Leute zusammen, es sah gut aus, sogar der eine oder andere Gig, und schon ging es wieder auseinander.

Und so geht es vielen Bands - Projekte mit viel Engagement, Üben, zeitlichem und finanziellem Aufwand begonnen, verschwinden nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung. Und auf der anderen Seite gibt es Bands, die 10, 20 oder gar 40 Jahre aktiv sind und bleiben, die den einen oder anderen Personalwechsel mitmachen, aber dennoch eine konstante Größe in der Region bleiben (ich meine hier nicht die Rolling Stones)...

Woran liegt das? Sind viele Musiker generell Träumer, unzuverlässig, haben kein Durchhaltevermögen? Oder braucht eine Band einen klaren, allgemein anerkannten "Bandleader" (oder gar einen "Bandpsychologen)? Wird bei der Gründung einer Band zu selten wirklich abgeklärt, was man zusammen erreichen will - welche Musik man machen will, welches Bandprofil, wieviel Engagement erwartet wird? Oder sind viele Leute einfach nicht "teamfähig"?

Ich habe diese "Frustperioden" früher selber jahrelang mitgemacht, aber den "springenden Punkt" noch nicht wirklich gefunden.

Ihr?

---
Webmaster BandsInDerPfalz

george

31.01.2010,
19:09 Uhr

@ Diethard Wehn

Das Geheimnis beständiger Bands

Es menschelt, wie man so schön sagt. Leute, die nicht wissen was sie wollen. Hab schon Leute erlebt, echt gute Musiker, teilweise sogar selbständig tätig, die aus heiterem Himmel ein ganzes Projekt schmeißen, weil ihnen irgendwas nicht gepasst hat. Und die anderen standen mit offenem Mund da und wussten gar nicht, was überhaupt Sache ist.

Aber was Diethart geschrieben hat, ist auch wichtig: Man muss am Anfang wissen, wohin man will mit dem Projekt. Und was von jedem erwartet wird. Wer sich um was kümmert. Für uns Hobbymusiker ist es kein Job, wo man sich die Kollegen oder Chefs nicht aussuchen kann, also muss es auch menschlich so sein, dass es zusammen Spaß macht.

Klar kann man sich da auch täuschen am Anfang. Mimosen sollte man gleich aussortieren. Meine Meinung!

Helmut Schuck

Homepage E-Mail

Schifferstadt,
15.02.2010,
19:44 Uhr

@ george

Das Geheimnis beständiger Bands

Oft weiß man allerdings gar nicht wo die Reise hingeht.

Wer kann schon bei der Bandgründung genau sagen wie oft, in welchem Rahmen usw. man zukünftig die Leute versucht zu unterhalten.
Klappt dabei alles reibungslos? D.h. Proben, Programm zusammenstellen, auf die Bühne und alle finden es toll. Oder doch erst die harte Tour. Wenig Gage, kein Publikum und die nörgeln noch weil der Sound kacke war.
Beide Wege müssen die Musiker verkraften können.
Und ein entscheidener Punkt ist die Weiterentwicklung innerhalb der Band. Bei manchen gibt es im Laufe der Zeit eine Eigendynamik die dann nicht jeder Musiker für gut heißt.
Tja, eigentlich wie bei der Ehe. Und bei einer Scheidung muss der Krämpel auch verkauft und aufgeteilt werden.
Dann auf zur neuen Bandziehung
Gruß
Helmut
Ich bin seid 20 Jahren treu.;-)

Natalie

E-Mail

17.02.2010,
15:39 Uhr

@ Helmut Schuck

Das Geheimnis beständiger Bands

Interessantes Thema. Auch mir leider allzuvertraut. Auch wenn Du denkst, alles ist klar, ist oft nichts klar, da einige denken *na, die werde ich noch überzeugen*. Wie Ihr sagt - es ist wie in einer Ehe, man muss zu- und abgeben können.

Nach einem Jahr Probe mit klaren Zielen fing bei uns die Nörgelei an. Grund war, dass einige dachten wir treffen uns zum Schrammeln, andere ein Ziel hatten. Aus Mangel an Zeit wurde dann auch zuhause nichts mehr getan und der Schlendrian kehrte ein. Man kam nicht weiter - das frustet. Als dann das Thema kam "machen wir doch lieber ne andere Richtung" war für mich Ende.

Wichtig sind mir heute: klare Ziele und wer nicht passt, wird sofort aussortiert. Ferner muss die Musikrichtung passen, man muss sich damit identifizieren können. Ich denke nur so gehts. Hier ein Auge zudrücken und da bringt einfach nichts. Man heiratet ja auch nicht einfach irgendwen, sondern überlegt sich das reiflich :-P

Bernd Mannweiler

E-Mail

Ruppertsweiler,
13.07.2010,
21:14 Uhr

@ Diethard Wehn

Das Geheimnis beständiger Bands

warum sind viele Bandprojekte nicht beständig? Nach meiner Erfahrung kommen 2 gewichtige Gründe in Frage, oder treffen gar zusammen.
1) Berufliche und private Veränderungen (Familie, auch Heirat) geben dem Lebensweg eines Musikers neue Piroritäten auf.

2) Eine Band besteht nur aus erstklassigen Musikern. Da mangelt es schnell dem einen oder anderen an Selbstverwiklichung und die sucht er dann eben woanders.

Ich habe in meiner Anfangszeit (1972) auch in verschiedenen Formationen relativ kurz mitgewirkt. Ich wollte mich damals weiterentwickeln, was mir bis zu einem gewissen Grade auch gelungen ist, und die damaligen Mitmusiker wollten nur ab und zu zum Spaß auftreten.
Ich habe dann ab 1978 acht Jahre lang in einer sogenannten Top-Forty Band gespielt und wir hatten auch richtig gute Auftritte mit einigen der damaligen Schlagerstars (Anne-Karin, Graham Bonney, Marianne & Michael). Das war eine schöne und lehrreiche Zeit. Dann hat unser Tastenmann geheiratet und Schluß war. Dann hab ich da und dort ein wenig ausgeholfen (Bassist/Gitarrist, Gesang) und ab 1988 nochmal 5 Jahre in einer 5-Mann Band gespielt. Dann kam bei einem Kollegen der Alkohol sehr in den Vordergrund und ich hab dann das Engagement beendet. Seit 1995 trete ich mit einem Kollegen aus meinem Wohnort als Duo auf. Sicher es gibt bessere Musiker als wir. Ich hatte aber gottlob rechtzeitig Interesse für elektronische Keybords entwickelt, kann mit Sequenzer-Software umgehen und meine Halbplaybacks bearbeiten.
Irgendwas müssen wir wohl doch richtig machen, denn nunmehr seit 15 Jahren dürfen wir immer wieder kommen. Die Chemie zwischen meinem Kollegen und mir passt, sicher es hat auch schon gekracht, aber der gemeinsam erlebte Erfolg vor Publikum treibt uns immer wieder an und Spaß macht es auch. Ich denke wir sind nicht die besten, bieten aber eine solide konstante Leistung auf gutem Niveau und darauf können sich auch die Veranstalter verlassen - das zählt! Oder?
Gruß aus Ruppertsweiler

| Kontakt
773 Postings in 123 Threads, 112 registrierte User, 1 User online (0 reg., 1 Gäste)
Script by Alex  ^