Können Bands nur zu Dumpingpreisen spielen? (Livemusik)
Ich kann nur für unsere Region hier sprechen und genau hier
ist m.E. die Szene ziemlich kaputt.
Es herrscht ein Überangebot und ein völlig zerstörtes Preisniveau.
Da wurde viel von Newcomer-Bands kaputt gemacht, die teilweise
umsonst gespielt haben "um mol nei zu kumme unn dann durchzustarte".
Es gibt aber leider kein "drinnen" und es gibt auch kein "draussen".
Es gibt nur kaputte Preise, eine Szene mit geringer Wertschätzung (weil an jedem Bratwurstgrill eine Band spielt) und zum Teil unverschämte Veranstalter.
Ist doch aber auch klar: Wer letztes Jahr für 50,- Euro die ganze Nacht gespielt hat, bekommt dieses Jahr keine 500,- dafür.
Vielleicht bekommt er nicht mal mehr die 50,-, weil nun irgendeine andere Band sogar umsonst spielt.
Veranstalter, Wirte...
Mein Lieblingsbeispiel ist eine Kneipe, deren Wirt Bargeld als GEMA-Vorlage fordert und die Band auf Eintritt spielen lässt.
Werbung ist dann auch nicht seine Sache. Warum auch? Und was passiert?
Es gibt massig Bands, die dort spielen.
Andere Kneipen wollen ihren Gästen keinen Eintritt zumuten und lassen dann "den Hut 'rumgehen".
Prima.
Damit wären wir auf Fussgängerzonen-Niveau angekommen.
Das will ich nicht haben.
Vor allem: Das will ich nicht nötig haben.
Habe an der "Abendkasse" einer Kneipe auch schon erlebt, dass bei einem Eintritt von 3,- Euro gefragt wurde, wie viele Bands denn spielen?
Es spielten tatsächlich 2 Bands - trotzdem waren 3,- Euro den Leuten zu viel.
Wobei die Frage erlaubt sein muss, für was in einer Kneipe 2 Bands an einem abend spielen...
Klar - Live-Musik gibt es umsonst. Im Sommer auf den Wein- und sonstigen Dorffesten ohnehin.
Im Winter in den Kneipen.
Für Live-Musik gibt man einfach kein Geld aus.
Nochmal die Frage: Für was spielen auf Weinfesten in letzter Zeit immer 2 oder gar 3 Bands am Abend?
Das ist auch so'ne Unsitte, die den Wert von Bands irgendwie stark reduziert.
Es ist einfach zu inflationär geworden.
Da haben sich die Landjugenden einiger Winzergemeinden auch irgendwie gegenseitig dran hochgezogen, wer denn mehr Bands über die Weinfestetage anzubieten hatte.
Das war aber auch sehr einfach und völlig Risiko-los:
Die Bands machen das sehr bereitwillig mit.
Ich bin gespannt, ab wann die Jungs dann auch noch Kohle abdrücken dürfen um ihren Anteil am Toilettenwagen und der Security beizusteuern.
Das gibt's ja für den Veranstalter nicht umsonst, und es gibt immer wieder irgendwelche Schlaumeier, die ein "drinnen" sehen und bereit sind, dafür auch was zu opfern.
Hoffentlich bringe ich jetzt niemanden auf neue Ideen...
Lösung? Sehe ich keine. Zumindest nicht für die Bands.
Und vor allem nicht kurzfristig.
Bin ich ein bisschen off-topic gegangen? Sorry.
Muss ja keiner fertig lesen.
gesamter Thread:
